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Zahnwissen · Neue Entwicklungen

Digitale Abformung: Was ein Intraoralscan kann – und was nicht.

Statt eines gefüllten Abdrucklöffels wird ein kleines Handgerät an den Zähnen entlanggeführt. Auf dem Bildschirm entsteht ein räumliches Modell der Mundsituation. Dieses Prinzip heißt Intraoralscan oder digitale Abformung. Die Technik kann Behandlungsschritte unterstützen und Gespräche anschaulicher machen. Trotzdem bedeutet ein digitales Modell nicht, dass nun jede Untersuchung am Computer erledigt werden kann.

Redaktionsstand:

Betrachtung eines digitalen Zahnbogens am Monitor in der Praxis
Einblick in unsere Praxis.

Was dabei aufgenommen wird

Ein Intraoralscanner erfasst die sichtbaren Oberflächen von Zähnen und Zahnfleisch und setzt die Aufnahmen zu einem digitalen Modell zusammen. Das University College London Hospital beschreibt den Scan als Alternative zur herkömmlichen Abformung mit Abdruckmaterial. Das Modell kann unmittelbar am Bildschirm betrachtet und für die weitere Behandlung genutzt werden. UCLH: Digitale Abformung in der Zahnmedizin

Für Patientinnen und Patienten ist daran oft besonders nachvollziehbar, dass die eigene Situation gemeinsam am Bildschirm besprochen werden kann. Man muss sich dann nicht allein vorstellen, welche Zahnfläche oder Lücke gerade gemeint ist. Das dargestellte Modell bleibt jedoch eine Aufnahme: Welche Behandlung sinnvoll ist, wird durch Untersuchung, Befund und Beratung geklärt.

Was beim Termin anders sein kann

Beim Scannen entfällt für diese Aufnahme die Abformmasse im Mund. Ein NHS-Klinikbericht aus Somerset beschreibt außerdem, dass die Aufnahme unterbrochen werden kann, um eine Pause einzulegen. Ob das angenehmer ist, hängt auch von der individuellen Situation ab. Wenn Ihnen Mundöffnung oder Würgereiz Sorgen machen, können Sie das vor der Aufnahme ansprechen. Somerset NHS: Erfahrungen mit digitaler Abformung

Daraus folgt keine Zusage, dass jeder Termin kürzer wird oder jeder klassische Abdruck entfallen kann. Fragen Sie lieber konkret: „Wofür wird die Aufnahme in meinem Fall benötigt, und welche weiteren Schritte folgen darauf?“ So lässt sich der Nutzen besser einordnen als anhand des Begriffs „digital“ allein.

Was die neue Leitlinie festhält

Im März 2026 wurde die erste S2k-Leitlinie zum Intraoralscan in der Zahnmedizin veröffentlicht. Sie bündelt fachliche Empfehlungen zu Voraussetzungen und Einsatzgebieten. Ihr fachlicher Stand reicht in das Jahr 2025 zurück; das Veröffentlichungsjahr ist nicht das Entstehungsdatum jeder einzelnen Empfehlung. AWMF: Veröffentlichung der Leitlinie

Die Leitlinie nennt digitale Modelle für Planung und Verlaufskontrolle als mögliche Anwendungen. Für ein brauchbares Ergebnis müssen die relevanten Flächen gut sichtbar und zugänglich sein; auch Feuchtigkeit und weitere Aufnahmebedingungen spielen eine Rolle. An digitale Arbeitsunterlagen gelten dieselben Qualitätsanforderungen wie an analoge Abformungen. AWMF/DGZMK/DGCZ: S2k-Leitlinie Intraoralscan

Wo die Grenzen liegen

Ein Intraoralscan ersetzt nach der Leitlinie die klassische Kariesdiagnostik mit klinischer Untersuchung und gegebenenfalls Röntgendiagnostik nicht. Auch eine am Bildschirm dargestellte Zahnfarbe ersetzt derzeit nicht grundsätzlich die herkömmliche Farbbestimmung. Für das spätere Behandlungsergebnis zählt zudem die gesamte Verarbeitungskette, nicht nur die Aufnahme selbst. S2k-Leitlinie: Diagnostik, Farbbestimmung und Weiterverarbeitung

Drei Fragen, die beim Einordnen helfen

Fragen Sie, was der Scan für Ihre konkrete Behandlung beantworten soll, welche Informationen zusätzlich benötigt werden und ob Sie das Modell gemeinsam ansehen können. Lassen Sie sich außerdem erklären, ob eine Bildschirmdarstellung den aktuellen Befund oder bereits einen Planungsvorschlag zeigt. Das sind unterschiedliche Aussagen. Digitalisierung ist besonders hilfreich, wenn Sie dadurch besser verstehen, worüber entschieden wird – nicht nur, weil ein Gerät neu aussieht.

Technik soll verständlich sein.

Welche Informationen eine Untersuchung oder Aufnahme liefert, sollte nachvollziehbar sein. Mehr über unseren Blick auf das persönliche Gespräch finden Sie in unserer Philosophie.

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Fachliche Quellen

Recherche und Redaktion: 23. September 2026. Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Behandlung zu Ihrer Situation passt, wird durch eine individuelle Untersuchung und Beratung geklärt.

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